23. Mai 2018

Swetlana Alexijewitsch: Die letzten Zeugen: Kinder im Zweiten Weltkrieg

Zig Jahre haben sie geschwiegen. Aber irgendwann muss es hinaus. Beim Einmarsch der Deutschen in Weißrussland waren sie noch Kinder. Nun sprechen sie das erste Mal: "Die letzten Zeugen" von Swetlana Alexijewitsch.

"Ist die Welt, unser Glück oder gar die ewige Harmonie zu rechtfertigen, wenn in ihrem Namen auch nur eine einzige Träne eines unschuldigen Kindes vergossen wird? Und antwortete darauf: Nein, kein Fortschritt, keine Revolution kann diese Träne rechtfertigen. Kein Krieg. Sie wiegt immer schwerer. Nur eine einzige Träne… (nach Dostojewski)"

Mir fällt es schwer, etwas über das Buch zu schreiben. Es hat keine durchgehende Handlung. Daher möchte ich hier nur einige Kinder mit einem Satz zu Wort kommen lassen und damit vielleicht euch anregen, mehr über das Schicksal der Kinder erfahren zu wollen.

Shenja Belkewitsch, 6 Jahre, heute Arbeiterin:
So ist es in meinem Gedächtnis haftengeblieben: Krieg, das ist, wenn Papa fort ist.

Gena Juschkewitsch, 12 Jahre, heute Journalistin:
Ich hatte gedacht, im Krieg würden nur Männer getötet.

Katja Korotajewa, 13 Jahre, heute Ingenieurin für Hydrotechnik:
Ich will von den Gerüchen erzählen.

Mischa Majorow, 5 Jahre, heute Doktor der Agrarwirtschaft:
Alles aus diesen Tagen habe ich schwarz in Erinnerung: schwarze Panzer, schwarze Motorräder, deutsche Soldaten in schwarzer Uniform.

Wassja Charewski, 4 Jahre, heute Architekt:
So erschüttert hat mich im Leben nur noch die Liebe.

Es ist grauenhaft, was Kinder im Krieg erleben müssen. Und mit welchen grauenhaften Erinnerungen sie dann das ganze Leben verbringen müssen.
Als Leser fühle ich mich einfach nur ohnmächtig. Ohnmächtig deshalb, weil schon wieder solch grauenhafte Dinge geschehen.

Kommentare:

  1. Hallo Anne, ich kann solche Lektüre nur schwer lesen. Es belastet mich zu sehr und ich weiss sehr viel über die Thematik ! Wichtig finde ich , diese Themen für die junge Generation in den Schulen aufzuarbeiten, denn es ist leider so: Überall auf der Welt herrscht Krieg - und keiner schaut mehr hin , da er nicht persönlich betroffen ist, sondern alles per digitalem Knopfdruck an - und abschalten kann. Ich nehme mich da nicht raus! Das mache ich auch,,,,
    LG Angela

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  2. Liebe Angela,

    leicht fallen mir diese Bücher auch nicht. Aber es ist mein Herzensthema. Ich weiß nicht, ob die Kinder in der Schule richtig darüber unterrichtet werden. Ich bin nicht die Mutige, und auch keine große Diskutiererin, die irgendwo in der ersten Reihe steht, aber auf diese Weise zeige ich, wo ich mit meiner Meinung gegen Krieg und Rassismus stehe. Jeder solcher Beitrag im Internet ist ein guter Beitrag. Das zeigt doch, dass es nicht nur die Hassprediger in den Sozialen Medien gibt.

    Liebe Grüße, Anne

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  3. Liebe Anne,

    ich habe die Autorin mal gegooglet und sie hat den Literaturnobelpreis 2015 gewonnen.
    Ich werde sie mir auf jeden Fall mal merken.

    Liebe Grüße
    Petrissa

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    1. Ja, liebe Petrissa, ich habe damals ein Interview mit ihr im TV gesehen und war sehr beeindruckt von ihr. Ich glaube, ich habe von ihr noch "Der Krieg hat kein weibliches Gesicht", bin mir aber nicht ganz sicher.

      Liebe Grüße, Anne

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