28. Mai 2018

Erwin Strittmatter: Tinko

Tinko ist ein Kinder-/Jugendbuch von Erwin Strittmatter, an dessen Titel ich mich noch erinnere. Allerdings habe ich keine Erinnerung daran, das Buch damals als Kind gelesen zu haben. Ich lass mich also überraschen, ob ich was verpasst habe.

Tinko lebt bei den Großeltern auf dem Hof in Märzbach. Der Krieg und die Hungerjahre sind vorbei. Nun soll es besser werden. Neu und gerecht.

Mit dafür sorgen, dass es besser wird, will der Heimkehrer, Tinkos Vater. Neue Sitten bringt er mit auf den Hof. Und stößt so immer mit dem Großvater aneinander. Tinko sitzt oft zwischen den beiden. Der Alte will das Heft nicht aus der Hand geben.

Die Geschichte wird aus Tinkos Sicht erzählt. Er besucht zwar die Schule, Zeit für die Hausaufgaben hat er meist aber nicht. Er muss auf dem Feld helfen. Der Großvater waltet wie ein alter Patriarch. Solange er kann, müssen auch die anderen können. Egal, wenn Tinko ne schlechte Note bekommt. Den Alten interessiert es nicht, ob Tinko was lernt. Er ist für ihn eine billige Arbeitskraft. Es ist ihm auch egal, dass seine Frau kaum noch aufrecht stehen kann.

Der Heimkehrer sorgt dafür, dass Tinko die Schule besucht und Hausaufgaben macht. Doch dann überwirft er sich mit dem Alten und zieht aus. Und so muss Tinko zu Hause wieder schuften.
Eines Tages kommt ein Brief von Matthes, dem totgeglaubten jüngeren Sohn. Er war in Gefangenschaft und kommt wieder nach Hause, um den Hof zu übernehmen. Ob das alles so klappt, lest selbst.

Zu Beginn bin ich in die Geschichte schwer reingekommen. Es wollte sich kein richtiger Lesefluss einstellen. Das liegt daran, dass Erwin Strittmatter so schreibt, wie die Menschen damals gesprochen haben. Und viele der Wörter nutzen wir heutzutage nicht mehr. Aber man liest sich nach einer Weile ein und dann macht es auch richtig Spaß, über vergessene Wörter zu stolpern.
Interessant auch, wie die Menschen sich zusammenraufen. Da sind viele, die nach vorne schauen, aber auch die, die im Gestern verharren und die anderen aufhalten.

Im Endeffekt stelle ich fest, dass ich das Buch früher nicht gelesen habe, ich aber froh bin, es jetzt nachgeholt zu haben.

Kommentare:

  1. Hallo Anne , ich habe von diesem Autor einen oder sogar mehrere TV -Filme gesehen , kann mich aber an die Titel nicht mehr erinnern. Aber es war ein toller Eindruck aus vergangenen Zeiten. Wie ein Geschichtsbuch aufgebaut und sehr informativ und spannend. Muss ich doch gleich mal googeln. Und schon wieder kommt mir die DSGOV in den Sinn ;-),,,,,
    LG Angela

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    1. Vielleicht meinst Du "Der Laden", liebe Angela. Das ist eine Trilogie, die verfilmt wurde. Dort geht es um das Leben eines Dorfes in der Lausitz und umfasst die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bis zur DDR-Zeit. Die Geschichte ist auch ein bisschen autobiografisch.

      Liebe Grüße, Anne

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    2. Genau diese Reihe meine ich Anne, würde ich auch sofort wieder schauen. Man vergosst vieles über die Jahre hinweg...
      Hab einen schönen lauen Sommerabend. Ich verbring ihn draussen....
      Angela

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