18. Mai 2018

Elisabeth Rynell: Schneeland

Dieser Roman, der autobiografische Elemente erhält, war der Durchbruch für die Autorin. Davor schrieb sie Gedichte, einen Roman und Essays. Der Klappentext besteht nur aus Lobeshymnen - und wie ich meine, ganz zu Recht.

Eine Frau erfährt am Telefon, dass ihr Mann im Krankenhaus nach einer Operation gestorben ist. Und diese Szene ist so eindringlich beschrieben, dass sie mir direkt unter die Haut ging und ich eine Gänsehaut bekam.

Dann ein Schwenk in eine frühere Zeit, zu einem Mann, Aron, ein Landstreicher. Er fuhr viele Jahre zur See. Nun ist er unterwegs. Er wollte nach Norden, hat Stockholm an einem Tag passiert. In seiner Begleitung der riesige Hund Lurv. Hinter Uppsala wurden die Abstände von Dorf zu Dorf größer.

Diese Wanderung ist sehr schön beschrieben. Wie der Hunger ihn fast auffrisst. Er mag nicht an jedem Haus klopfen, man weiß ja nicht, an wen man gerät.

Und dann hat er Glück. Er scheint fast erfroren und verhungert, da gerät er an eine freundliche Familie, die ihn und Lurv zu Tisch bittet. Er bleibt bei ihr wohnen und lernt Inna kennen.

Aron und Inna, was für ein Paar. Zwei Menschen, die eine Vergangenheit haben, die sie vor anderen hüten. Aron hat als junger Bursche seinen Stiefvater umgebracht. Und Inna, einziges überlebendes Kind ihrer Eltern, hat eine schwere Kindheit. Nach dem Tod der Mutter wird sie vom Vater missbraucht und geschlagen.
Sie leben in einer unwirtlichen Gegend, irgendwo in Lappland. Und Inna lässt das Kennenlernen nur stückweise zu. Beobachtet Aron zuerst in der Nacht, während er draußen in der Natur bei den Pferden schläft.

Was für ein Buch. Was für eine Sprache. Für mich die reinste Poesie. Wundervolle Landschaftsbeschreibungen.
Ich denke, ich verrate nicht zu viel, wenn ich schreibe, dass diese Geschichte kein Happy End hat. Darauf kommt es irgendwie nicht an. Für mich ist es die schönste Liebesgeschichte, die ich bisher gelesen habe.

Und es gibt sogar eine Verfilmung. Mit einem wunderbaren Ulrich Mühe als Innas Vater. Für mich seine stärkste Rolle.

https://youtu.be/ImmCOQz64bA

Kommentare:

  1. Liebe Anne,

    das hört sich wirklich sehr, sehr schön an.
    Momentan mag ich nicht so viel Negatives lesen, aber ich werde es im Kopf behalten und wer weiß, vielleicht läuft es mir bei richtiger Gelegenheit mal über den Weg.

    Herzlich
    Petrissa

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    1. Man kann ja auch nicht alles lesen. Noch dazu, wo man selbst genug in den Regalen hat :-)

      Liebe Grüße, Anne

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    2. *in lachtränen ausbrech*
      Da hast Du recht!

      Einen wunderschönen Tag!

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