25. April 2018

Zitat

Moin, ihr Lieben,

beim Rumstöbern ist mir gerade ein wunderschönes Zitat aus Carola Sterns Autobiografie Doppelleben eingefallen. Es ist schon sehr lange her, dass ich das Buch gelesen habe, aber dieser kleine Ausschnitt ist mir in Erinnerung geblieben und ich habe ihn mal wieder rausgesucht.
Das Wichtigste: Carola Stern trifft da absolut einen Nerv bei mir - es ist, als wenn sie diese Sätze für mich geschrieben hätte:


Doch schmerzt es mich, angesichts wachsender sozialer Ungerechtigkeit am Ende meines Lebens dazustehen ohne Antworten, ohne Perspektive, wie eine menschenwürdige Gesellschaft für alle erreicht werden kann. Es ängstigen mich Eigennutz und Habgier, die Unbarmherzigkeit von Unternehmern, die Resignation Betroffener, ihr Murren, das sich kaum noch in Empörung äußert, ein neuer Rechtsradikalismus und die Gleichgültigkeit, mit der er hingenommen wird. Ich bin einer jener "Gutmenschen" geworden, einer jener törichten Alten, die den Verlust von Werten, von Zivilcourage und Solidarität beklagen und von den Jungen oft belächelt werden. Das kann ich ertragen. Aber den Wandel des Zeitgeistes - ja, den würde ich noch gern erleben.

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