12. März 2018

Alex Wedding: Ede und Unku

Alex Wedding war ein Pseudonym von Grete Weiskopf. Die Erstausgabe erschien 1931 im Berliner Malik-Verlag. Die Originalausgabe enthält Fotos von John Heartfield. Diese Fotos sind mit Genehmigung von Wieland Herzfelde in meiner Ausgabe enthalten. 1933 stand das Buch auf dem Index und wurde vernichtet und verboten.
Während meiner Schulzeit war es Bestandteil meines Unterrichts.

Ede und Unku war das Erstlingswerk der Autorin. Es spielt zur Zeit der Weimarer Republik und erzählt die Freundschaft zwischen dem Berliner Jungen Ede und dem Zigeunermädchen Unku. Beide begegnen sich das erste Mal auf einem Rummel, wo Ede gegen einen anderen Jungen für Unku einsteht. Als er erfährt, dass sie eine Zigeunerin ist, ist ihm erst etwas mulmig zumute, doch sie kommen sich schnell näher.
Es ist eine Zeit der großen Arbeitslosigkeit, viele Väter sind am Streiken. Edes Vater wurde entlassen, weil es neue Maschinen in der Firma gab. Kinderarbeit ist zwar per Gesetz verboten, aber viele suchen sich trotzdem was zu tun, weil das Geld in den Familien absolut nicht reicht.

Wie es kommt, dass Edes Vater fast zum Streikbrecher wird, und wie Ede und Unku den Vater von seinem Freund Max vor einem Spion retten, das lest selbst.

Die DEFA verfilmte 1980 das Buch unter dem Titel Als Unku Edes Freundin war.

Das Buch basiert auf den authentischen Erlebnisse der Erna Lauenburger, welche die Autorin kannte. Sie wurde 1943 in Auschwitz ermordet. Von den erwähnten Sinti des Buches überlebte nur die Berlinerin „Kaula“ Ansin.

Am 27. Januar 2011 wurde anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in Berlin-Friedrichshain ein Weg als Ede-und-Unku-Weg zur Erinnerung an Erna Lauenburger und Grete Weiskopf benannt.

Ein sehr schönes Kinderbuch über Freundschaft und füreinander einstehen. Heute wieder aktuell.

In diesem Film erfahrt ihr, wie es Unku weiterhin erging:





Kommentare:

  1. Oh, was ein Buch! Habe beim Lesen deiner Rezi richtiggehend Gänsehaut gehabt. Es passt zu meinem Buch "Abschied von Sidonie", das ich letztens vorgestellt habe. Alles so traurig. Interessant, dass das Buch Schullektüre war. Heute jedenfalls lesen die Kinder ganz andere Sachen. Ich habe das Gefühl, dass die heutigen Kinder vor solchen Themen eher "beschützt" werden, als dass sie mit ihnen theamtisiert und besprochen werden.
    Danke auch für das Filmchen, das ich mir gleich anschauen werde!
    GlG vom monerl

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    1. PS.: Ist das nicht auch ein Buch #GegenDasVergessen? Ich frage, weil du es nicht mit diesem Label versehen hast...

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    2. Deshalb bin ich auch ganz froh, dass es doch auch Autoren gibt, die kindgerechte Bücher zu dem Thema schreiben. Leider habe ich in meinem Umfeld keine schulpflichtigen Kinder. Von daher weiß ich gar nicht, was die so lesen müssen.
      Danke noch für den Tipp, liebes monerl. Stimmt, es gehört zu den Büchern "Gegen das Vergessen". Habs gleich mal hinzugefügt.

      Liebe Grüße, Anne

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    3. Ic hhabe jetzt das einbebettete Youtube-Filmchen geschaut! Oh Gott, wie grausig. Man ist sprachlos, ob dieser Grausamkeit, zu der Menschen fähig waren. Aber wegen was? Hass, Überheblichkeit, Geistesstörung... Unfassbar, unaussprechlich, was so vielen Juden, Sinti und Roma und anderen Minderheiten damals widerfahren ist. Ich vergieße stumme Tränen...

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    4. Ich hoffe ja immer, dass wenigstens der ein oder andere Unentschlossene über unsere Beiträge stolpert und es einen Sinn macht, dass wir versuchen zu zeigen, dass es nicht gut ist, wenn rechtsradikales Gedankengut wieder gesellschaftsfähig wird.

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    5. So, ich gebe nun hier bekannt, dass ich mir die neue Ausgabe von "Ede und Unku" besorgt habe! Du hast mich angesteckt und das Filmchen hat mich überzeugt, dass wir viel zu wenig über den Völkermord an den Sinti und Roma wissen und dass das unbedingt geändert werden muss!
      Schau mal, DIESE AUSGABE werde ich bald lesen und vorstellen! :-)

      GlG, monerl

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    6. Da bin ich auf Deinen Bericht gespannt, monerl. Da wird man sicherlich mehr über ihr Leben erfahren.

      Liebe Grüße, Anne

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  2. Liebe Anne,

    das ist gerade frisch aufgelegt worden! Ich habe es mir die Tage im Bloggerportal auf die Merkliste gesetzt.
    Den Film schau ich mir noch an.

    Liebe Grüße
    Petrissa

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    1. Das finde ich toll. Sooo viele DDR-Bücher schaffen das heute ja nicht mehr.
      Allerdings erfährt man im Filmchen mehr über das Schicksal der Sinti und Roma als in dem Buch, das den Blick mehr auf den Arbeiter-Klassenkampf richtet.

      Liebe Grüße, Anne

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